Schublade San Francisco zu - Schublade Köln auf!

Saturday, July 18. 2009
Gibt’s viel zu berichten? Keine Ahnung. Zumindest habe ich es endlich geschafft, die Bilder der letzten 4 ½ Monate auf ein Angucker-erträgliches Maß zu reduzieren, um die einerseits hier ins Web zu stellen, aber dann auch eine Rundreise mit meinem neuen Beamer zu starten.





Eins ist auf jeden Fall stetig: Die Zeit rennt. Ich bin jetzt seit 2 ½ Wochen hier, und nach anfänglicher absoluten Auslastung mit dem Kölner CSD, den Gästen aus Bremen bzw. Berlin, dann zwei Geburtstagen gab es a) keine Zeit für ein Jetlag und b) eigentlich kaum Gelegenheit, sich mal in Ruhe hinzusetzen, und zu gucken, was war das denn jetzt, dieses Jahr in San Francisco?

Was in einer Weise völlig absurd ist, das Ankommen in Köln war, als ob man einen großen Schalter umlegt. Durch die äußeren Umstände: In San Francisco war alles ordentlich abgewickelt, hier bin ich am Tag meiner Ankunft direkt in meine zwischenzeitlich untervermietete Wohnung, meine Untermieterin Emilene hat lediglich ein paar Bilder abgehangen, ansonsten ist alles genau wie vor einem Jahr. Selbst die Gewürze standen noch an Ort und Stelle …

Einerseits natürlich gut für den Besuch, aber selber war ich froh, meine eigene Haustür zu haben, die ich hinter mir zu machen kann. Koffer sind ausgepackt, und das war es hier mit ankommen. Meine Klamotten sind noch in der Welt verteilt, und so richtig will ich die Schränke nicht wieder füllen, ich genieße es, dass alles recht leer ist, auch wenn es nicht nach Ordnung aussieht, da das wenige alles irgendwie rumfliegt. Gerade an meinem Schreibtisch merke ich, dass meine einst so gut organisierte Struktur noch nicht wieder hergestellt ist. Vor meiner Reise gab’s Schütten für Finanzkram, Projekte und Dingen-zum-Abheften, aktuell landet alles noch auf einem großen Haufen.

Und auch das Zurückkehren zur Arbeit ging von jetzt auf gleich. Zwei Tage nach meiner Ankunft war ich in der Mediagroup, um abzuklären, wo ich demnächst meinen Arbeitsplatz haben werde, und welche Aufgaben ich übernehmen soll/kann/werde. Kurz später saß ich bereits mit den Kollegen in der WDR-Kantine, irgendwie mit dem Gedanken, äh, vor drei Tagen saß ich noch in der Gangway zum Abschiedsbier, jetzt lausche ich dem gleichen Mittagstischgeschwätz, dass ich so sehr kenne. Nicht dass es schlimm wäre, aber das Gefühl, es hat sich gerade so gar nichts geändert, ist in diesen Momenten massiv. Beim Rewe sitzt die gleiche Kassiererin an der Kassen, der Penner in der Breiten Straße bettelt dort immer noch mit hoch rotem Kopf und massiv nasal-weinerlichen Stimme um ein paar Cent (sieht man den in der Bahn, näselt er gar nicht, sondern ist ein reflektierter Plauderer…), ein paar Gesichter in der Mediagroup sind neu, aber auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer.

Am Montag dann der erste Abend ohne Programm – was machen? Inline-Skates an, einmal die große Runde Mühlheimer Brücke – Rhodenkirchener Brücke, wunderschönes Wetter, ich genieße es, dass irgendwann die Rückenschmerzen nachlassen und wie schön es doch hier am Rhein ist. Am Dienstag dann zum Squash, und obwohl ich ein Jahr nicht gespielt habe, steige ich nach dem ersten Spiel auf Platz 2 in der neuen Rangliste ein… Ja, natürlich stolz, aber vor allem mit dem „Alltäglichen“ habe ich hier ganz stark das Gefühl, die Schublade mit dem Leben in San Francisco ist jetzt wieder zu, und die Schublade Köln ist wieder auf (Nur mein Muskelkater verrät mir, dass ich eine längere Squash-Pause hatte ;-)).

Nun, beim Schreiben merke ich, das drum herum hat sich sicher verändert, man sieht die Veränderungen nicht auf den ersten Blick, aber mein Leben in Köln hat sich nicht verändert. Es ist genau dasselbe, wie es vor einem Jahr war. Ich will nicht jammern, ich genieße es 300%ig geschmeidig wieder in meine Wohnung, zu meinem Job und zu den Leuten hier zurück zu kommen, ohne jegliche Hürde, aber es macht mich auch ein wenig frustran, dass vermeintlich von dem Jahr so gar nix hängen geblieben ist.

Oder doch? Gerade beim Smalltalk beim Mittagessen merke ich, dass ich jedes Thema, was auf den Tisch kommt, mit einem „Also, in Amerika ist das so und so“ – und merke, dass ich mich zurück halten muss, wahrscheinlich verdrehen die Kollegen schon innerlich die Augen, wenn „der Heller“ wieder mit seinem Ami-Kram anfängt. Aber genau daran merke ich, dass meine kurzfristige Erlebniswelt dann doch in San Francisco war, und dass mein Kopf und mein Herz doch oft in Erinnerungen schwelgen. Nun, die Entscheidung, ob Köln oder San Francisco steht aktuell nicht zur Debatte. Aber ich gucke durchaus nach Flügen, und mit dem Luxus meines Jobs kann ich natürlich auch sagen – OK, dann flieg ich im Herbst für 6 Wochen, und arbeite die Zeit dann von dort aus. Und für einen solchen Zeitraum wäre das auch realisierbar, könnte einfach San Francisco genießen und meine wirtschaftliche Sicherung bleibt bestehen. Soweit aktuell mein unausgegorenes Hin-und-Her. Kein dramatisches wie im Winter, wo ich wirklich nicht so recht wusste, wohin es gehen wird, aber trotzdem ganz klar, dass es damit jetzt nicht getan ist, sondern dass San Francisco mich immer wieder sehen wird.

Kein Abschluss-Resümee


Ich habe es fast erwartet, ich komme gedanklich nicht dazu, mir vor Augen zu führen, was war jetzt gut, was war nicht so gut. Wie schon mal geschrieben, es gibt kein besser oder schlechter, es ist vor allem ein anders. Die soziale Absicherung ist in Deutschland definitiv besser, das hat der „Traum Amerika“ auf jeden Fall versagt. Hier ist es wesentlich sauberer und aufgeräumter, andere nennen es auch spießiger. In San Francisco ist alles etwas schnoddriger, habe aber auch das Gefühl, dass das auch mit einer etwas größeren Entspanntheit der Amerikaner einher geht.

Ein kleines traumatisches Erlebnis habe ich allerdings auch schon hinter mir. Wollte mich letzte Woche auf eine Ausschreibung bewerben, der Internetauftritt einer öffentlichen Einrichtung sollte ein „optischen Relaunch“ bekommen. Nach dem ich mir 100 Seiten Rahmen-, Quer-, Neben- und Unterbedingunen runter geladen hatte, darunter eine Bescheinigung der eigenen Zuverlässigkeit (ich dachte, ich trag mal ein, nö, montags ist doof, und komm ich heut nicht, komm ich morgen – äh – wie weit kann man denn Bürokratie betreiben?), und nach zwei Stunden studieren der Unterlagen musste ich feststellen, dass alles Mögliche da war, nur keine grafischer Entwurf – was ungefähr ein Haus bauen ohne Bauplan wäre! Ich fühlte mich so richtig im Beamtenstaat Deutschland angekommen. Und ich komme nicht drum herum, mich darüber zu ärgern, dass die Leute Tage lang Steuergelder ausgeben, und solche Ausschreibungen zu gestalten, formalistisch auf allerhöchsten Niveau, inhaltlich aber völlig verfehlt.

Beim ganzen Ankommen oder nicht ankommen habe ich gestern die Bilder noch mal in Ruhe angeguckt, und bin letzt endlich platt, wie viel ich gesehen habe, wie viele Leute ich kennen gelernt habe, dass ich der englischen Sprache ein Stückchen näher gekommen bin, und einfach sehr glücklich bin, diese Gelegenheit genutzt zu haben. Ein Jahr Ferien, so kommt es mir manchmal vor… Der Blick geht jetzt weiter nach vorne, aber ich denke, er wird das ein oder andere Male sicher auch nach hinten gehen…

In diesem Sinne – stephan-in-amerika.de wird es weiter geben, wahrscheinlich erst mal etwas ruhiger, aber ganz sicher nicht still ;-)






…wie ein Wimpernschlag, die 2te… Abschied aus San Francisco

Thursday, July 2. 2009
Ich sitze im Flieger, irgendwo über Grönland oder so, Mitternachtssonne, auch wenn der Flug über Nacht geht, es ist maximal dämmerig, aber keinesfalls dunkel. Habe eben mal gerechnet, wenn ich also gleich in Frankfurt ankomme, ist es dort bald 11, aber in meiner Zeit 2 Uhr in der Nacht, hab mir überlegt, in wie fern ich dem Jetlag einen Strich durch die Rechnung machen kann, aber ich glaube, das wird nichts… Schon fast wieder vergessen, dass der Flieger eine Stunde Verspätung hatte. Wir waren bereits auf dem Weg zur Startbahn, als der Pilot irgendwelche Probleme entdeckt hat, und in der Tat der Flieger zurück zum Gate fuhr. Alle blieben drin, man sah nur, dass umgepackt wurde. Aus dem Cockpit kam die Mitteilung, dass auch zu viel Gepäck an Bord sei (das können aber jetzt nicht meine beiden Koffer mit Übergeweicht sein…), aber was genau gemacht wurde, konnte ich nicht sehen.

Es ist ja nicht ganz beruhigend, wenn sowas geschieht, aber nach einer ganzen Weile Misstrauen überlegt man sich, dass der Pilot ja wahrscheinlich sein Leben auch nicht so leichtsinnig aufs Spiel setzt, und schließlich hat er das Fliegen ja gelernt, und man gibt sein eigenes Leben in die Hände eines wildfremden Mannes. Nun, er wird’s schon machen.

Aber wie im Dezember kommt es mir gerade so vor, als ob ich doch gerade erst her gekommen bin. Wo sind denn jetzt diese 4 ½ Monate hin. Vom Kopf her weiß ich, dass ich viel gesehen und viele Leute getroffen habe, aber jetzt? Wie nach zwei Wochen Gran Canaria - nur die Abreise ist etwas länger ;-).

Mein Gefühlstatus zur Rückreise? Keine Ahnung. Nachbar Peter (K) und Nachbarin Bettina (SF) fragten mich, wie ich mich den jetzt fühle. Und in erster Linie würde ich sagen, es ist ein Nicht-Gefühl. Klar, die letzten Tage waren auch gut gefüllt, am Mittwoch noch im Yosemite-Park, Donnerstag arbeiten, Freitag noch ein paar Sachen regeln, Karl-Heinz verabschieden. Samstag Party im Dolores-Park bei Sonnenschein, mit Ursel und Wibke plus Besuch Mike aus Deutschland. Abends mit „meinem“ Auszubildenden ;-) Benjamin samt Frau zum Essen verabredet (die kommen aus Solingen, leben aber nun in Bosten und machen gerade in Kalifornien Urlaub – und ich sage „mein“ Azubi, da ich damals in meiner ersten und letzen IT-Festanstellung im selben Raum saß wie er).

Sonntag GayPride bei richtiger Sonne, die Platte hab ich mir nicht nur ansatzweise verbrannt. Ich bin echt beeindruckt, wie sehr diese Party die komplette Stadt in den Bann zieht. Das Civic-Center ist echt eine weitläufige Anlage, aber hier sind jetzt Tausende auf den Beinen. Nun, politisch sicher genauso zu kritisieren wie der CSD in Köln, teures Bier, schlechtes Essen für richtig viel Geld, aber trotzdem ne coole Tagsüber-Tanzveranstaltung…

Montag dann Koffer packen und Wohnung putzen. Ist ja aller überschaubar, aber mental hab ich dann doch den ganzen Tag gebraucht. Nachbarin Bettina kam irgendwann vorbei und klärte mich auf, dass es Kugelschreiber uns sonstige Kaffeebecher, Locher und anderen Kram sicher auch in Deutschland geben wird. Nun, genauso wie ich mich letztes Jahr vor der Abreise leicht von viel Kram getrennt habe, scheine ich mich jetzt von dem billigsten Ikea-Teppich, den ich ja schließlich in Amerika gekauft habe, kaum lösen zu können (auch wenn ich den in Godorf ebenfalls für ein paar Euro bekomme…). Irgendwann entscheidet das begrenzte Gewicht an Gepäck darüber, sich doch von dem einem oder anderem trivialem Teil zu trennen. Und immer noch zu schwere Koffer, nun, die Frau am Schalter sah mein Bemühen, dass ich ein paar Schuhe raus geräumt habe, und ich nur froh bin, meinem mich „zum-Flughafen-Bringer“ diese in die Hand drücken zu können, denn auch zwei fette Rucksäcke Handgepäck, die sicher an die 15 Kilo das Stück kommen, sind definitiv ebenfalls picke packe voll!

Wie ich mich fühl – auch wenn ich mich wiederhole – keine Ahnung. Ich fühl mich eher wie auf einer längeren Zug-Reise von A nach B, mit dem sicheren Gedanken, dass ich diese Strecke noch das ein oder andere Mal zurück legen werde. So kamen mir auch die letzen Tage vor. Es waren zwar ein paar Gelegenheiten, wo ich mich von Susi, von Karl-Heinz oder gestern von Bettina verabschiedet habe, aber es war nicht wie Abschied, es war wie langes Auf-Wiedersehen. Natürlich weiß ich schon seit geraumer Zeit, dass ich San Francisco verlasse, hab ich mich sicher innerlich drauf eingestellt. Wahrscheinlich bleibt das erwartete Drama deswegen aus. Aber eben, weil ich mir auch sicher bin, dass die Kontakte – in welcher Art auch immer – bestehen bleiben, ist es kein Abschied auf immer. Und Dank der neuen Medien, ob jetzt triviales Telefon, oder eben Skype oder anderem Kram, ist die Welt eben wie ein Dorf…

Ich kann es mir an der Stelle nicht ganz verkneifen – mein „Zum-Flughafen-Bringer“ Keas ist schon was Besonderes. Wie besonders? Keine Ahnung. Ich erwarte seinen Besuch im Herbst in Köln, und alles Weitere sieht man dann…


Erst mal wieder eingewöhnen, wieder in Deutschland ankommen, wahrscheinlich werde ich mit dem Betreten meiner Wohnung in Köln, was in ein paar Stunden sein wird, sofort das Gefühl des zu Hause seins haben. Und alles andere bringt die Zeit.

Bin bereits gefragt worden, ob ich den Blog einstelle, oder ob ich weiter mache. Nun, es wird sicher in den nächsten Wochen noch „The-Best-of-San-Francisco-Fotos-Teil-Zwei“ geben, und wie im Winter habe ich mir fest vorgenommen, eine Arte „Rückbetrachtung“ zu machen, was mir jetzt nach fast einem Jahr immer noch absurd vorkommt. Wie zum Beispiel das Geld – können die keine unterschiedlichen Farben zum drucken nehmen, bis heute kram ich achtmal am Tag mit diversen Dollar-Scheinen rum.

Oder aber auch die schönen Seiten. Wenn die Leute im Dolores-Park entweder mit Goldzöpfen oder mit schicken Kleid rum laufen und wie die Kinder Spaß am Hula-Hopp-Reifen oder am Drachen-Steigen lassen haben. Sicher ist hier und dort auch ein wenig Hasch für die Leichtigkeit verantwortlich, aber hat eben sehr hohen Freizeitwert. Und da alle etwas verrückt sind, fällt der einzelne kaum auf, und ein „Guck-Mal-Der-Da“ ist von daher auch selten zu finden…

Nicht zuletzt würde ich schon gerne weiter Schreiben. Ob das über Amerika ist, oder auch über andere Dinge. Vor allem will ich mehr mit meinen Fotos machen. Hatte durchaus Jahre, wo ich so gut wie gar nicht fotografiert habe. Dieses Jahr war da endlich wieder anders. OK, Dank guter Kamera und großzügiger Speichermedien ist es heute egal, wie oft man den Auslöser drückt… Nun, ich hab’s zumindest seit letztem April über 10.000 Mal gemacht, habe neulich eher zufällig gemerkt, dass meine Kamera bei 9999 wieder auf 0 gesprungen ist, aber auch jetzt schon wieder Richtung 1.000 läuft…

Also, es bleibt alles im Fluss – werde sicher noch ein paar Mal nachlegen hier, und wer weiß, wann ich das nächste Mal in die Staaten fliege. Bis dahin wird’s im Blog vielleicht etwas ruhiger. Aber erst mal bleibt er Online!

In diesem Sinne – bis die Tage, ich bin dann mal zum CSD, vorher noch zu Muttern zum Mittag-Essen, Thomas wird am Montag 40, Dienstag hat Uwe Geburtstag und ab Mittwoch wird wieder regulär gearbeitet… Danach gibt’s Futter! Schönes Wochenende – oder wie man in SF sagt: Happy Pride!

[ein paar Stunden später] So, sitz nun im ICE von Frankfurt nach Köln. Schon witzig. Das letzte, was ich jetzt eben so richtig gesehen habe, waren die Antennen auf dem Twin Peaks, eben guckten nur die Spitzen oben raus, wie das im Sommer gerne so ist, wenn der Nebel über die Hügel in die Stadt zieht, einen letzen Blick auf die Bay Bridge, und dann geht’s über Ewigkeiten runder oder eckiger Felder, über Eismassen… Irgendwann, einige Stunden später sehe ich dann, dass wir über Deutschland sind, sehe den Rhein, kann nicht genau sagen, ob das jetzt Krefeld, Neuss oder sonst was ist, Düsseldorf hätte ich erkannt. Das erste, was ich eindeutig erkenne, ist die Autobahnauffahrt Wermelskirchen und die Raststätte Remscheid, die ist nicht zu verkennen… Nun, eben noch San Francisco Down Town, jetzt Raststätte Remscheid ;-)

Schon ein merkwürdiges Gefühl, fliege übers Bergische, erkenne da aber nichts, jetzt auf dem Weg nach Köln, der erste Eindruck nach so lange Zeit ist wieder merkwürdig, die Leute wirken zumindest auf mich bei Weitem nicht so freundlich, und alles sehr formell. Aber die ersten SMS sind verschickt, und gleich gibt’s die ersten Leute am Bahnhof, die mich abholen. Jetzt freue ich mich gerade richtig!

[jetzt über einen Tag später] Die erste Nacht ist in Köln verbracht, heute war ich bereits zum Grillen im Bergischen bei meinen Eltern. Es ist nicht alles so völlig anders, so wie ich es im Winter erlebt habe. Schon, es ist einiges anders, aber vieles liegt im Detail.

Als ich auf dem Heimweg von meinen Eltern in den Lidl in Untereschbach gesprungen bin, um mich wieder einzurichten, da weder Shampoo im Bad noch ein Rest Senf im Kühlschrank ist, hatte ich noch eine ganz nette Begegnung.

Auf dem Band stand neben Persil und Kaffeepads auch eine Kiste Sekt als auch eine Kiste Rotwein – da am Wochenende das Haus mit CSD-Gästen voll ist. Die Verkäuferin schmiss mir ein süffisantes „Hallöchen“ entgegen, und meinte zum Alkohol auf dem Laufband „aber nicht alles heute Abend ;-)“, worauf ich nur sagte, dass es aber doch fürs Wochenende OK sei. Na, und die Fünfziger, mit denen ich bezahlte, wanderten nicht in die Kasse, sondern in einen Schlitz an der Seite. Peinlicher Weise konnte ich es mir nicht verkneifen, als ob sie mir ansehen könnte, woher ich gerade komme „Das ist ja genauso wie in Las Vegas“ (weil hier die Kohle am Spieltisch ebenfalls rasant schnell in einem Schlitz im Spieltisch verschwindet…), und sie bestätigte meinen Kommentar mit einem Grinsen.

Ich stehe auf dem Parkplatz und räume den Einkauf ein, und auf einmal eine rufende Stimme „Hey, Ihr Nutella“, und die Kassiererin rannte mir bis zum Auto hinterher… Witzig. Und schon das Gefühl, nein, nicht alles Amis sind freundlicher, sondern es liegt schon in einem selbst, und wie man halt in den Wald schreit. Ohne dieses Flaxen an der Kasse wäre ich sicher ohne Nutella nach Hause gefahren. Ach, und ein sattes, ach wie ist doch alles schön, macht sich in mir breit!

Fortsetzung folgt!

Yosemite - und zwischen Panik und Entspanntheit

Thursday, June 25. 2009
...eigentlich ist es schon ein Gewaltakt, an einem Tag zum Yosemite Nationalpark zu fahren und zurück, aber es hat sich gelohnt. Gleiches Spiel wie vor zwei Wochen, bis wir bei Dollar-Autoverleih das bereits gebuchte Auto haben, war wieder über eine halbe Stunde vergangen. Wir waren ohnehin etwas später dran, mit dem spontanen Lunch auf dem Weg war dann aus den erhofften 12 Uhr mittags dann doch zwei Uhr geworden. Aber alleine die Fahrt dahin ist traumhaft. Man fährt langsam aus der Stadt raus. Bis man Oakland hinter sich gelassen hat, ist bald eine Stunde rum, es kommen gelbe Grashügel, endlose Windmühlen, irgendwann mischen sich die Grashügel mit vereinzelten Laubbäumen. Und schließlich nur noch Hügel, Berge. Und man spürt, dass der Park ganz nahe ist.

Der Park ist riesig. Von West nach Ost ist die Strecke 80 km, von Nord nach Süd gibt‘s nichtmals einen Weg, es werden ebenfalls knapp 100 Kilometer sein. Kern ist aber das Yosemite-Village, das Tal in der Mitte des Parks, das einfach traumhafte Natur bietet. Aktuell eben auch ein paar riesige Wasserfälle. Nun, im Herbst habe ich den Park ohne Wasserfälle gesehen, weil leer, vor ein paar Wochen dann mit ganz viel Wasser, aber bei bewölktem, diesigen Wetter. Gestern nun strahlend blauer Himmel, gefühlte knappe 30 Grad (bin auch ziemlich zerstochen), und pralle Wasserfälle. Einfach nur schön.

Und obwohl ich die Nacht davor elend schlecht geschlafen habe, die vier Stunden Autofahrt zurück waren ebenfalls sehr entspannend. Ich war fit, bis die Nacht um 9:30 komplett eingekehrt war, und wir auf der Fahrt obendrauf noch mit einem idyllischem Sonnenuntergang versorgt worden sind, genau in der Landschaft mit einzelnen Bäumen und endlos weiten Feldern, waren wir fast schon eine Stunde vor San Francisco. Nun, auch wenn ich teilweise das Gefühl habe, die Zeit rennt, gestern war sie einfach nur wunderschön gefüllt.

Ab 7 Uhr in der früh wollen die Parkuhren gefüttert werden, und hier im Innenstadtbereich schlucken die für 6 Minuten einen Quarter, sprich 25 Cent – von daher Wecker gestellt und den Mietwagen direkt zurück zum Verleihservice. Also war ich wach, konnte heute effektiv noch einen richtigen Arbeitstag hinlegen, bevor ich ein paar Erledigungen gemacht habe. Nun, Bankkonto gekündigt, und erstaunlicher Weise, da man sonst immer alles nur per Telefon und über endlose Schleifen geht - hier heute einfach in die Filiale, und nach 3 Minuten war alles völlig schmerzfrei erledigt.

Einen kurzen 150-Dollar-Schlenker durch H&M, immerhin drei Hemden, eine Shorts und neue Wäsche. Erstmalig zu Old-Navi, dann zu Ross (liebe Corinna, leider hab ich noch keine Convers gefunden...), im Westfield eine Kaffee und ein Stück unbeschreiblicher... na, vielleicht 5 mal 7 cm und kaum 2 cm hoch, aber schwere Schokolade, Karamell, Eischnee, Zuckerguss, Nüsse und ich weiß nicht was, habe mich gerade nach zwei Stunden ein wenig davon erholt. So voll, dass es beim Abercrombie & Fitsch auch nichts passendes mehr gab, oder einfach nur die Kauflaune gesättigt war...

Ich stehe eine Weile später auf der Market Street, ein schätzungsweise knapp 30 jähriger Asiate mit extrem kleinen Augen, schlank und hoch gewachsen, schwarze körperbetonte Klamotten und das Hemd etwas zu weit aufgeknöpft, dass man erst mal mit dem Blick hängen bleibt. Er wackelt an mir vorbei, ich gucke so hinter her, er dreht sich um, kommt auf mich zu, hebt die Kamera, fotografiert mit aus einem Meter Entfernung ein paar mal, sagt Danke und geht weiter. Tja, ich muss grinsen, so ist das hier eben...

Ein Stück weiter schnorrt mich ein Penner an, aber sehr charmant, auch wenn ich erst mal sein Betteln ignoriere. Ich musste zum Bankautomaten, und manchmal ist es schon merkwürdig, man steht an der Geldquelle, um einen herum mindestens fünf Schnorrer. Aber irgendwie hatte ich hier noch nie das Gefühl, dass ich mir ernsthaft Sorgen machen muss, dass sich ein Penner schneller an meinem Geld bedient als ich selber. Nein, ich fühl mich hier schon richtig sicher. Und der Penner von vorher grinst mich von weitem an, er scheint meine Absicht zu erkennen und nähert sich. Ich rolle einen Dollar-Schein, habe gute Laune heute, freue mich gerade des Lebens, und stecke dem Guten das Röllchen Papiergeld zu. Nun, auf dem Weg zu meiner Wohnung - was schätzungsweise keine 500 Meter sind - werde ich von mindestens 10 weitern Obdachlosen angeschnorrt, man kann also schnell arm werden, wenn man nicht nein sagen kann. Nun, aber ich fühl mich gerade wohl, die Ausnahme gemacht zu haben.

Vor allem habe ich das Gefühl, auch wenn mich vorgestern noch die Panik überkam, dass ich jetzt einfach die Tage verstreichen lasse, und sie einfach so genieße, wie sie kommen. Mich verlässt gerade das Gefühl, dass ich noch ganz viel machen muss, bevor ich nach Deutschland fliege. Einerseits ist San Francisco nicht aus der Welt, andererseits gibt‘s so vieles in der Welt, was ich noch nicht gesehen habe, da ist es nicht tragisch, wenn ich auch hier was auslasse. Vorne weg steht vor allem gerade das gute Gefühl. Und das ist da!

Bis die Tage!

Jetzt sind es nur noch Tage...

Tuesday, June 23. 2009
Irgendwie hatte ich für mich abgespeichert, noch 11 Tage. Gestern Morgen bin ich war geworden, und das erste, was ich dachte: Was, nächste Woche schon? Das sind auf jeden Fall weniger als 11 Tage. Selten ist mir eine Woche sooo kurz vor gekommen wie die folgende. In genau einer Woche werde ich in den Flieger steigen, habe das Gefühl, dass ich panisch werden könnte. Morgen geht‘s noch mal als Tagestrip in den Yosemite-Park, dann ist der Donnerstag und Freitag noch ungeplant, will aber noch in das Museum "Legion of Honor", will mit Susi noch Schwimmen gehen, wollte Probepacken (2 x 23 Kilo sind echt nicht viel), brauche ja noch ne zweiten Koffer, will noch das Bankkonto kündigen, wollte noch ins China-Town, um ein paar Souvenir-T-Shirts kaufen. Fotos machen in der Mission. Und hier, die Post Street bietet auch noch jede Menge Motive...Und, und, und... Bin mir sicher, dass ich auf jeden Fall nicht mehr ins Museum komme, und wer weiß, was sonst noch liegen bleibt... Das nenn ich mal Panik-Mache im Kopf, bin mal gespannt, was ich nächten Dienstagmittag geschafft haben werde....

Gestern Abend habe ich Susi und Robert getroffen, bei denen ich die ersten 6 Wochen gewohnt habe. Im Zeitgeist, hat wohl irgendeinen Ostdeutschen Ursprung, vor allem ein riesiger Biergarten, was man hier eher selten findet. Ich habe vor ‘nem halben Jahr mal n Blick in den Laden geworfen und fand es ziemlich schnöde - aber es war auch Winter, und den Biergarten habe ich damals nicht gesehen. Nun, witzig zu sehen, dass sie hier tatsächlich Kölsch ausschenken, jedoch kein kölsches Kölsch, sondern ein hier gebrautes. Na, schmeckte auch eher wie ein Pils, zumal es dazu keine Kölschgläser gab. Der Ami scheint Umlaute zu mögen, schaut man sich die Marke an. Wobei es in der Tat so ist, dass die wenigsten Amis das aussprechen können. Hab schon Leute sich verbiegen sehen, aber das Ö ist für manche einfach der Horror...

Um noch ein paar Tage zurück zu gucken, am Sonntag gab‘s den ersten Burger aus meiner eigenen Küche. Eher ein wenig absurd, dass sich gerade in letzer Zeit mein Kühlschrank füllt. Nun, Keas hatte mir versprochen, Burger für mich zu machen. Und bei meinem mageren Küchenequipment ist es vorwiegend eine logistische Anforderung an den Koch als die eigentliche Aufgabe, was Kulinarisches auf den Tisch zu bekommen. Aber selbst Pommes gab‘s im richtig amerikanischem Style aus frischen Kartoffeln. Super!

Noch einen kurzen Rückblick auf die "Einweihungs- / Abschiedsparty" am Freitag. Mangels richtiger Sitzgelegenheiten habe ich mich immer etwas gescheut, Gäste einzuladen... Nun, in der Kombi mit Bettina, deren Apartment zwar kein Stück größer ist als meins, aber die bisher jedes mal, wenn ich da war, irgendwas anderes aus irgend einer Ecke gezaubert hat, war es kein Problem, dort auch mit sechs Leuten gemütlich zu essen.

Zum Abschied hatte ich mir überlegt, noch mal allen Leuten Bescheid zu geben, die ich hier regelmäßig getroffen habe. Auf ein gemeinsames Bier, befürchte aber gerade, dass mir das zu viel wird. Nun, dann muss es wahrscheinlich ohne gehen - und das Bier wird es dann eben bei nächsten Besuch hier geben. Weil der steht ganz gewiss auf der Liste... Aber jetzt erst mal Köln – und richtiges Kölsch ;-)

Ein wenig Wehmut macht sich breit...

Friday, June 19. 2009
Na, so langsam aber sicher klicken die Tage jetzt einfach so hinweg. Heute sind es noch 11 Tage, bis mein Flieger geht. Heute kommen ein paar Freunde zu mir und zu Bettina, meiner Nachbarin. Wir haben gemeinsam eingeladen zu einem Schluck Wein und zu etwas Fingerfood. Für mich ist es gerade gleichzeitig "Einweihungs-" als auch ein wenig "Abschiedsparty". Die geladenen Gäste sind neugierig auf meine Wohnung, von daher war für mich heute großes Reine-Machen angesagt. Bad und Küche richtig nass gewischt, gesaugt und aufgeräumt. Gespült und gewaschen, das komplette Programm.

Danach gehe ich zum Weinladen, den mir Keas letzte Woche gezeigt hat, der Überbestände von guten Läden aufkauft und für kleines Geld vertickt. Das Wetter ist gerade recht gut, T-Shirt Wetter, nun fast, ist schon etwas windig. Der Laden liegt an der California Street, dort verläuft auch eine Linie der Cable Car. Die fährt hier zwar recht selten, aber es kam gerade eine, von daher "einfach nur zur Fortbewegung" in die Cable Car, um ein paar Blöcke, vor allem aber den steilen Berg hoch zu kommen. Ist im Monatsticket inbegriffen, als Touri zahlt man 5 Dollar.

So sitze ich auf der Bahn und gucke mir die Häuser an, wie sie dort im Sonnenschein stehen, schön wie sie sind, und frage mich, wie oft ich das jetzt noch sehe, und wann vielleicht wieder. Tingel zurück zur Wohnung, müsste eigentlich noch n Stündchen arbeiten, um das Wochenende frei zu haben, wackel noch in den Laden um die Ecke, kaufe dort das Eis für heute Abend. Na, und merke gerade eben, wie die Zeit verrauscht. Nächstes Wochenende ist hier Gay Pride, das Wochenende danach ist CSD in Köln, auf beiden Festen bin ich anwesend... von daher ist die Zeit schon gut verplant. Und nächste Woche geht‘s auf jeden Fall noch einen, vielleicht auch zwei Tage in die Muir Woods, an die Bodega Bay, oder vielleicht noch, wenn das klappen sollte, noch mal kurz in den Yosemite-Park, ist noch alles ungeplant, aber die Absicht ist gefasst.

Meine Wohnung in Köln wird jetzt unerwartet doch schon zum 1.7. wieder frei. Wäre sonst wieder bei Christiane untergekommen, hatte mich auf schon drauf gefreut, freue mich aber auch sehr, in meine eigenen vier Wände zu kommen. Na, und ich genieße die Zeit hier, und frage mich, wie es werden wird... und kann es noch gar nicht glauben, dass ich hier fast schon wieder weg bin.

Zeit vergeht, Zeit steht. Bin gerade im "Hier und Jetzt".

Sunday, June 14. 2009
11 Tage ohne Eintrag - wow, das hab ich selten geschafft. Nun, ich stand mehrfach vor der Wahl: Schreibste jetzt oder gehste vor die Tür? Die Entscheidung war immer recht einfach...

Arbeitsmäßig plätschert es eher vor sich hin, zwar kommt jeden Tag was rein, aber tagesfüllend ist anders. Nun, gar nicht schlecht. Damit habe ich Zeit für die Stadt. Hatte mir schon vor einer Weile aufgeschrieben, was ich noch sehen will. Nicht, dass auf einmal der 30. Juni da ist, und mir Highlights auf meiner Liste fehlen.

Vorletzten Freitagmorgen habe ich in dieser Freiheit das Civic-Center, also die City Hall, sprich das Rathaus von San Francisco besucht. Ich meine irgendwo in einem Reiseführer gelesen zu haben "gebaut nach Vorbild des Petersdom in Rom", hier sprach man nun "nach Vorbild des Invalidendom in Frankreich" - egal, schaut man sich die Gebäude an, kommt schon alles aus der gleichen Ecke.

Nun, genau wie im Petersdom kommt man hier auch nur nach Durchschreiten einer Sicherheitsschranke rein. Es gibt eine geführte Tour gratis (10, 12 und 14 Uhr in der Woche täglich), diese gibt einen guten Überblick. Und witziger Weise - der Film "Milk", der ja nun einen Oscar erhalten hat, hat auch hier großen Einfluss auf die Tour. Milk wird mehrfach erwähnt. Und das Attentat auf den Bürgermeister und ihn, bei dem beide ermordet wurden, ist eben auch Teil der Geschichte dieses Gebäudes.

Dabei zeigt der Film Milk eigentlich nur die halbe Geschichte: Der Mörder Dan White ist nicht wegen Mord, sondern wegen Totschlag verurteilt worden, da der Anwalt es glaubhaft gemacht hat, dass Dan White aufgrund von hohem Verzehr von Junkfood in seiner Zurechnungsfähigkeit eingeschränkt war und deswegen nur für 5 1/2 Jahre hinter Gitter musste. Dieses Urteil hat zu riesigen Krawallen in der Stadt geführt, die, wenn man den Berichten glauben darf, mit den Stonewall-Krawallen in der Chrisopher-Street in New York vergleichbar waren. Nun, Dan White hat sich 2 Jahre nach der Entlassung aus dem Knast das Leben genommen. Von daher darf man wirklich die Vermutung anstellen, dass er psychisch nicht der stabilste war...

Nun, zurück aber zur City-Hall. Jeder Bürgermeister hat hier eine Büste. Seit ein paar Wochen ist ebenfalls eine Büste von Harvey Milk zu finden. Der Mann und seine Geschichte bewegt schon sehr viel in der Stadt. Wenn man sich überlegt, das San Francisco kleiner als Köln ist. Dort würde sich eine solche Geschichte anhören wie aus einem schlechten Köln-Krimi. Ach, was schreib ich nur... Nun, es ist gerade 4:20 hier! Auf jeden Fall finden an allen möglichen Stellen im Gebäude Trauungen statt, die sind nicht auf bestimmte Räume beschränkt, und mit der Führung gelangt man sowohl in den Besprechungsraum des Bürgermeisters als auch in den Sitzungssaal der Supervisoren, sprich des Stadtrats.

Weiß gar nicht so genau, womit ich vorletzes Wochenende verbracht habe.... Doch, Sonntag war ich den ganzen Tag auf einem Kurzfilmfestival. Am Donnerstag dann, wieder schlug hier das Feiertagsgefühl aus Deutschland durch, da auch kein Arbeitsinput kam, wackel ich ins Exploratorium. Ein Museum, das sich im Prinzip um angewandte Physik kümmert. Vor allem aber sehr lebensnah und mit vielen Installation verdeutlicht, wie man sieht, hört, wahrnimmt, und wie leicht unsere Sinne zu täuschen sind... Man wird wieder zum Kind und ist neugierig, wie die Dinge funktionieren. Das schwarz-weiß Foto weiter oben ist von einem Gerät, dass aus dem eigenen Abbild ein Pixelbild macht... Witzig. Auf jeden Fall ein Besuch wert!

Das Museum schließt um fünf die Türen, da es direkt an der Marina liegt, also Sandstrand mit Blick auf die Golden Gate Bridge, lädt die Umgebung noch zum kleinen Spaziergang ein. Wunderschönes Wetter - das in den letzten Tagen oft sehr wechselhaft ist. Neben blauen Himmeln und Sonne gibt es auch 14°-Tage mit dem berühmten Nebel über der ganzen Stadt - an dem Donnerstag sehr windig, was ziemlich viele Surfer und Skysurfer auf die Bay treibt. Echt ein gigantisches Schauspiel. Super. Und denke schon, dass ich das wohl vermissen werde. Nun, in Köln bin ich auch nicht jeden Tag am Rhein gewesen, und hier sehe ich auch nur ähnlich häufig die Golden Gate Bridge, aber wenn man dann davor steht... Foto!!!!

Na, und im Reichtum an Zeit habe ich für Freitag ein Auto geliehen, um mit Keas nach Monterey zu fahren. Die Küste Kaliforniens ist einfach traumhaft. Es sind zwar nur zwei Stunden bis Monterey, aber bis wir das Auto hatten - dieses mal einen flammneuen Ford-Focus, es roch streng nach neuem Auto, und Blick auf die Tacho-Anzeige zeigte, dass wir die ersten waren, die dieses Auto ausgeliehen hatten. Selbst das Handbuch war noch eingeschweißt und die Uhr mussten wir selber erst stellen - bis wir unseren Mittagssnack bei Safeway gekauft und verzehrt hatten, und auf dem Weg immer wieder anhalten mussten, dann noch in Santa Cruz in den Feierabendverkehr kamen, war es bereits nach 6 am Abend, als wir den Strand südlich von Monterey erreicht haben.

Ach ja, ähnlich wir vor zwei Wochen mit Heike steht Keas auf einmal mit den Füßen im Wasser, die Wellen sind doch hier einfach recht schnell ;-).

Mit Käse, Kräckern, Oliven und Erdbeeren versorgt ist der Sonnenuntergang einfach noch mal so schön. Und kaum ein Mensch am Strand, wir haben eine riesige Bucht für uns alleine, und langsam vorbeischlendernde Pärchen unterstreichen eher diese endlose Ruhe hier... Wunderschön. Da kann man mal Ruhe tanken! Nun, und Keas - um es kurz zu fassen - ist einfach mit den Worten "warum treffe ich den denn gerade jetzt" zu beschreiben. Wir verstehen uns gut und haben eine gute Zeit mit einander. Und lässt mich gerade völlig vergessen, dass die Uhr tickt... Nichts desto trotz, ich bin sehr gespannt auf Deutschland, und morgen sind es nur noch zwei Wochen... Nun, Zeit vergeht, Zeit steht. Selten habe ich mich so sehr in der Gegenwart gefühlt...

In diesem Sinne, im Kopf rückt Deutschland trotzdem näher, bin nach wie vor aufgeregt, wie es sich nach einem Jahr Wegsein anfühlen wird...

Fahrrad ist verkauft - und der Countdown läuft...

Thursday, June 4. 2009
...keine Angst, es wird jetzt nicht täglich ein Update über jeden Moment hier geben, aber der heutige Radverkauf ist schon symbolisch für das, was in den nächsten Wochen passieren wird...

Die Zeit läuft, heute in vier Wochen bin ich wieder in Köln werde wahrscheinlich einmal vom Jetlag geschüttelt sein, und bleibe dann auch erst mal dort. Ja, richtig gelesen. Es geht wieder nach Deutschland!

Die organisatorischen Schritte sind im Prinzip abgewickelt, Wohnung ist gekündigt, mehr sogar, ein Mann aus Köln, der hier ein Stipendium an der Uni bekommen hat, übernimmt meine Wohnung und damit auch ein paar Dinge, die ich angeschafft habe. Witziger Weise fliegt er drei Stunden, nach dem ich in Frankfurt lande von dort aus los, vielleicht treffe ich ihn noch auf eine Kaffee, man wird sehen.

Das Fahrrad habe ich am Dienstag auf die Craiglist gesetzt, das Spiel ist hier nicht anders als bei uns. Man überlegt, wie viel man haben möchte, legt noch mal einen Verhandlungsobolus oben drauf, geht dann mit dem Preis runter, und beide Seiten sind zufrieden. Ich, weil ich das bekommen habe, was ich wollte (mehr sogar, als ich mir anfangs vorgestellt habe), der Käufer, weil er es geschafft hat, den Preis zu drücken. Nun denn, das Rad ist gut im Schuss, von daher hat er auch einen guten Kauf gemacht.

Warum zurück?


Nun, es gibt jetzt nicht DEN Grund. Vielmehr ein guter Mix aus vielen Gründen. Vorneweg steht sicher die Entfernung zu Familie und Freunde. Was nun Freunde anbelangt, so müsste ich jetzt hier keine Angst haben. Einerseits ist man ja als hier Lebender ein attraktives Reiseziel für alte Freunde, und der Alltag hat auch gezeigt, dass ich durchaus kontaktfreudig bin und mir keine Sorgen machen muss, alleine vorm Fernseher zu sitzen. Wobei ich auch oft allein essen gehe oder auch ins Kino, das durchaus aber auch genieße.

Irgendwann kam aber ein Punkt, an dem mir ganz klar war, wenn ich hier 100%ig ankommen will, richtige Freundschaften aufbauen will, auch arbeitstechnisch richtig landen möchte, muss ich mich auch 100%ig auf das Land hier einlassen, mich dann wirklich von alten Freunden trennen, mich von treuen Kunden lösen, Wohnung in Köln auflösen usw. Und damit war dann auch ganz schnell klar, das will ich nicht. Ich will nicht 2 Wochen in Jahr Urlaub haben, um diese dann im Express-Rausch in Köln zu verbringen. Selbst die sieben Wochen im Winter waren mir schon viel zu kurz und zu anstrengend.

Aber es war auf jeden Fall gut, das zweite Mal her zu gehen. Als ich im Winter her kam, hatte ich mental dahin bewegt, dass ich erst mal auf unbestimmte Zeit hier bleiben will, mit Wohnung und allem, was dazu gehört. Und ich glaube, dieses "psychologische Selbstaustricksen" hat mir den Kopf frei gemacht, um hier wirklich zu gucken, was ich hier hab und was ich hier finde.

Der zweite Aufenthalt hat sich massiv vom ersten unterschieden. Um nun den allerdümmsten Vergleich zu bringen, den ich schon lange im Kopf habe, aber der nach wie vor am besten beschreibt, wie ich mich gefühlt habe: Die ersten fünf Monate waren wie im Rausch, wie eine heiße Nacht mit der drallen Blondine/dem potenten Muskelprotz (um den Vergleich geschlechtsneutral zu halten ;-) ), vor lauter Neuem und dem Grinsen im Gesicht waren das in der Rückschau fünf Monate auf Dauer-Adrenalin. Der zweite Aufenthalt fühlte sich (vor allem am Anfang) an, wie der klägliche Versuch, diese heiße Nacht zu wiederholen, und um so sehr man es auch versucht, es stellte sich nicht das Euphorie-Gefühl ein wie beim ersten Mal, vielmehr das Gefühl, wo ich hin gehöre…

Es ist auf keinen Fall doof jetzt, im Gegenteil, ich genieße nach wie vor die Stadt, die Leute, aber viel bodenhaftender und angekommener als im letzen Herbst. Ich bin sehr glücklich, dass ich das machen konnte, will das Jahr, oder knapp 10 Monate werden es dann gewesen sein, auf keinen Fall missen, bin mir auch jetzt schon sicher, was ich hier vermissen werde…

Ich habe aber auf jeden Fall ein gutes Gefühl. Nach der Schule damals bin ich direkt in die Ausbildung, spätere Versuche, nach London oder auch nach Zürich (dort hatte ich sogar schon einen Job!) zu gehen sind aus den unterschiedlichen Gründen gescheitert. Jetzt habe ich mein Jahr Auslandserfahrung gemacht, und unter dem Aspekt fühlt sich das auch rund an. Letztendlich, die Absicht auszuwandern, hatte ich nie. Und gleichzeitig, eine Erfahrung der letzten zwei Jahre ist sicher auch, dass das Leben doch arg unbeständig ist, und keine Ahnung, was ich in einem halben Jahr denke... Ich gehe erst mal wieder nach Köln, und werd auch erst mal dort bleiben. Werde sicher in den nächsten Jahren regelmäßig hier her reisen um die Greencard aktiv zu halten, wer weiß, ob das aus beruflicher Sicht noch mal sehr hilfreich sein könnte. Aber erst mal wieder Deutschland!

In diesem Sinne: Es bleibt spannend...

Viele Bilder in vielen Worten

Wednesday, June 3. 2009
Die Fotos, die unten in der Diashow zu sehen sind (und noch ein paar mehr), haben heute Ute als gebundenes Buch erreicht. Bin fast neidisch, dass ich das Buch jetzt nicht habe, denn so schön die Bilder auf dem Bildschirm oder im Blog sein können - als richtiges Buch macht das eben noch mal ganz anderen Spaß. Und das sind die Worte, die Ute mir gerade per E-Mail dazu gesendet hat:

flughafen sf
die farbe der golden gate bridge und des dixi-clos spiderman in mission die ladys die stadtmusikanten auf amerikanisch (das muss ich clemens schicken) der chinalampion und napoligeranien feuerwehr, cable-car und betonmischer (für papa) seehunde, das uboot aus dem II. weltkrieg, ikeatasse von dir yosiemeitiiii desert und schnee mit coffee to go und die tapfertreue biene die steine, in bögen, säulen und als klötze, orangefarbene weite, ein radfahrer in der hitze und der rote fotograf mit weisem bart die fahne von amerika, die religion und auto-ralley-motive stahl in der wüste, cola und ein mystischer ort legenden von der route66 und dem gran canyon ein turm mit zeichnungen und ute mit fotoapparat vor der steinbergenweite silbergraues geäst und die leuchtreklame des indischen? motels mit dem französischen? autofensterputzerpaar briefkästen in reih und glied im nirgendwo i did it!
der charme von alt las vegas und xyz
die puppe, die ich nicht gesehen habe und das meer gefährliche tiere und neugierige der letzte tag vor meinem ... abflug ... und sf tschüß sagen an der brücke, und das ich gerne noch mal wiederkommen würde unsere heimatort motel6 und stephan

... unser platter reifen und der versteckte mann mit dem laubgeäst fehlen!


PS: nächstes Jahr geht‘s dann endlich zum Bosporus!

Der gespielte Witz


Und da wir gerade bei Worten für Bilder sind – mit Utes vorletzter Mail kam kein gespielter Witz: "Bitte eine Flasche Pommes Frites" ;-) - sondern ein erzählter Bilderwitz:
Überschrift: Weltstar von Schweinegrippe dahingerafft!!!
Bild: Toter Kermit
Untertitel: Wir wissen auch, von wem er's hat


San Francisco Quickie

Monday, June 1. 2009
Nach Besuch von Ute, kurzes Treffen mit Roland und drei Freundinnen aus Leverkusen, Kölner-Nachbar Peter war mit Freundin Kati für eine Woche in der Stadt, kam nun Heike aus Pasadena bei Los Angelos aus Detroit-Michigan aus Bergisch-Gladbach als selbsternanntes „Kölsches Määdscher“ übers Wochenende hoch aus dem Süden Kaliforniens nach San Francisco.

Nun habe ich mit Ute zwei Wochen Rundreise Südwesten der USA, mit Matthias und Matthias im Dezember 10 Tage Stadturlaub in San-Francisco geplant und gemacht, jetzt stand also die Frage an: Was macht man in zwei Tagen, um eine Idee von der Stadt zu bekommen. Ein wenig die essentielle Frage: Was ist das wichtigste an San Francisco und was muss man sehen (und wer beim Titel dieses Eintrags an was anderes gedacht hat, sollte sich schämen ;-) ).

Ich fahre am Freitagabend mit der BART zum Flughafen und hole Heike ab. Zur Autovermietung, und wie das immer ist, man (bzw. Heike) hat zwar gebucht, aber es gibt immer noch ein Upgrade auf den nächste größeren (und teureren) Wagen, und man kann sich dann noch rundum einschließlich Katzengewitter versichern… Nun denn, aber statt dem normalen Wagen einen „Convertible“ zu buchen, sprich, ein Cabrio, das macht schon an, und so viel mehr kostete es dann doch nicht. Dass man das Auto später nicht einfach an der Straße stehen lassen möchte, sondern wiederum für viel Geld einem Parkplatzwächter in der Stadt anvertraut, ist einem im Moment der Verlockung nicht präsent ;-).

Für nur zwei Tage in der Stadt aber ist ein Auto ein muss. Auch wenn der öffentliche Verkehr gut ist, man erreicht einfach nicht so viele Ziele. Beim ersten Cruisen durch die Stadt ist Heike schon ganz angetan. Südkalifornien ist sehr beeinflusst durch Mexico und anders als hier. Bei meiner Beschreibung von holländisch-englischem Flair fühlt sie sich schon ganz gut. Einmal quer durch die Mission-Dolores-Gegend, Castro, Abendessen, eher ein Nachtmahl im Bagdad-Cafe, kurz zum Safeway (ausnutzen, dass ich ein Auto im Zugriff habe), dann auf die mitternächtliche Golden-Gate-Bridge. Jo, was für den Kölner der Dom ist, ist auf jeden Fall hier die Golden Gate Bridge! Wir fahren hoch in die Berge, um die Stadt hinter der Brücke zu sehen. Bei Nacht, ach, eigentlich immer ein guter Ausblick. Wir steigen nur kurz aus, das Cabrio-Dach bleibt auf jeden Fall zu! Sch… kalt isses…

Am Samstag fahren wir zum Fisherman’s Warf, zu dem ich persönlich gemischte Gefühle habe wie zur Kölner Altstadt. Die Tourimeilen liegen mir nicht, aber man darf auch nicht dran vorbei gehen. Das Auto stellen wir etwas weiter ab, und wenn man zwei Blöcke weiter parkt, findet man auch parkuhrfreie Zonen. Es ist viel los am Hafen, aber immerhin gibt’s noch ruhige Stege, die Seelöwen am Pier 39 sehe ich dieses Mal vom nächsten Pier, und es ist wirklich entspannt. Das Wetter ist leider sehr wechselhaft. Wir kaufen Postkarten und stellen erst sehr spät fest, dass der Postkartenverkäufer blind ist, aber trotzdem dieses Business hier betreibt. Cool.

Einer der Hauptattraktionen ist ein schwarzer, wahrscheinlich um die 60 jähriger Mann, der sich hinter zwei Laubästen auf dem Gehweg versteckt und vorbeigehende Leute mit einem Urwaldgeräusch erschrickt. Ute wird sicher lachen, da es mich selber neulich erwischt hat, und ich einen ziemlich hysterischen Schrei gelassen habe, heute haben wir uns das Schauspiel von Weitem angeguckt. Und auch wenn sich eine Menschentraube von mindestens Hundert Leuten in viel zu Naher Entfernung auf den nächsten Erschrockenen wartet, es funktioniert immer und immer wieder, und man ist verwundert, das so wenig Schadenfreude so viele Leute (und einen selbst) doch so sehr amüsieren kann!

Mit Ben&Jerry-Eis gestärkt (wer eine seiner Eissorten „Schokoladen-Therapie“ nennt, hat sein Geschäft verstanden ;-) ), geht’s weiter Richtung Golden-Gate-Park (hab’s schon mal berichtet, Park schließt hier keine 4-spurige Straße aus :-D ), kurz in die andere Richtung zum Alamo-Square, um den Blick zu sehen, der auf unzähligen Reiseführern zu sehen ist und die sechs „Painted Ladys“ zeigt. Nun denn, auch wenn es immer diese gleichen sechs Häuser sind, in San Francisco gibt’s unendliche viele Häuser, die mindestens genauso schön sind. Weiter, einmal mit dem Auto durch Hippy-Viertel Height-Ashbury, noch mal quer durch den Golden Gate Park weiter zum Baker-Beach.

Baker Beach hat sicher einen der schönsten Blicke auf die Golden-Gate-Bridge, hier ist das Meer ziemlich rau, das Wasser kalt, Angler am Hafen und ein schöner breiter Sandstrand. Auch wenn die Frau am Flughafen uns das Auto mit Aussicht auf gutes Wetter schmackhaft gemacht hat, hier reicht es eher für eine schönen Herbstspaziergang… Aber der Blick ist einfach gigantisch, und Heike, beim Versuch, unseren Namen in den Sand zu schreiben, übersieht die herankommende Welle und verscheucht mit einem Schrei wahrscheinlich alle Fische, die dem Angler gerade näher gekommen waren ;-).

Danach machen wir ernst – Cabrio auf, Schal an, Heizung volle Pulle und auf Richtung Ocean Beach. Auf dem Weg – und das hatte ich auch noch nicht gesehen, kommen wir am Museum Legion of Honor vorbei. Antikes Gebäude irgendwo im Nebel zwischen Golden Gate Bridge und Ocean Beach. Kaum Leute unterwegs, es ist auch schon spät, mit dem Geländer könnte das nun auch irgendwo an der Côte d’Azur sein… Nach Blick auf den Pazifik machen wir uns hoch auf Twin Peaks – aber vorher auf dem Seitenstreifen noch ganz schnell das Cabrio wieder zu, es ist einfach nicht die Jahreszeit dafür! Und auch keine gute Zeit für Twin Peaks, hier erleben wir nur, wie kalt und wie schnell Nebel sein kann, das Aussteigen aus dem Wagen hat nicht mal eine gefühlte Minute gedauert.

Wir fahren den Berg wieder runter, ab ins Castro, essen sehr lecker beim Thailänder auf der Castro-Street (nach meinem Geschmack eines der besten Restaurants auf der Castro), trinken noch ein Bier im Mix auf der 18th und fahren erledigt für den Tag nach Hause. Langer Tag, viel gesehen. Da ich am Freitag der Meinung war, dass ich jetzt endlich auch mal bei 14 Grad im T-Shirt vor die Tür gehen muss, und das Cabrio-Fahren das übrige tut, bin ich wieder etwas erkältet, glücklicherweise hat Heike Ohrstöpsel dabei, da ich in Erkältungszeiten dann doch zum Schnarchen neige (sonst nicht ;-) )!

Am Sonntag – und hier bleit, da Heikes Flieger schon am frühen Abend zurück geht – nicht mehr ganz so viel Zeit. Es geht mit der Cable-Car von der Powell-Station zur Hyde, zum Fisherman’s Warf. Dank Heike traue ich mich erstmalig in eins der Touristen-Lokale, um dort endlich auch mal Fisch zu essen. Zugegebener Maßen, bin nicht der größte Fisch-Fan, aber das hier ist völlig in Ordnung, der Fisch ist lecker, der Service freundlich, und die Preise wirklich moderat. Auf jeden Fall nichts, von dem man abraten muss. Nun denn, ein paar Souveniers für Heike, eine neue Sonnenbrille für mich, und irgendwie hat Ben&Jerry magnetische Wirkung auf uns, eine Therapie-Sitzung hilft ja nicht, von daher gibt’s wieder die Schokoladen-Therapie!!! Unglaublich. Hier lernt man, essen macht doch glücklich!

Die Zeit rennt, wir fahren mit der F-Linie zurück zur Powell-Station, packen Heikes Sachen ein, jetzt kommt sogar die Sonne raus, holen das Auto vom Parkplatzwärter ab, Dach auf, und da es jetzt wirklich schön wird und wir soviel Zeit noch haben, fahren wir noch mal hoch zum Twin Peaks – und die Eile lohnt sich. Nicht warm, aber wunderschön… Verfahren uns noch mal auf dem Weg zum Flughaben (an der Stelle, an der ich mich im Dezember schon mal verfahren habe, die Beschilderung scheint wirklich nicht optimal zu sein…), trinke mit Heike noch einen Kaffee, ihr Flieger geht zurück nach Pasadena (L.A.), meine BART zurück in die Stadt, und schon wieder sind zwei Tage vorbei. Wahnsinn.

Heute ist Pfingstmontag, was den Ami nicht interessiert. Merkwürdiger Weise hab ich an solchen Tagen, wenn ich weiß, dass in Deutschland Feiertag ist, auch immer ein anderes Gefühl als für einen normalen Arbeitstag, was mir gerade das entspannte Schreiben erlaubt. OK, meine Umsatzsteuer ist gleich an der Reihe, ist ja der erste, heute Abend geht’s dank Joseph und seinen Freikarten in Beethovens 5. (hätte ich ja nie geglaubt, dass ich das mal Live sehe)…

Liebe Heike, Dir noch mal vielen Dank für Deinen Besuch und diesen Schnelldurchlauf San Francisco – macht mir immer wieder Spaß, „meine“ Stadt zu präsentieren… Und jetzt geht’s erst mal wieder zum Alltag über. In diesem Sinne – frohe Pfingsten!

Fotos aus Yosemite, Bryce Canyon, Arches, Canyonland, Monument Valley, Grand Canyon, Antelope Canyon u.w.

Tuesday, May 26. 2009
...fast vergessen... die Tage hatte ich die Bilder doch noch mal aufbereitet... hier nun die geballte Ladung ;-)






Ganz anderes Thema ist gerade: Die Prop8 - die Ablehnung der Homo-Ehe wurde heute Nachmittag juristisch bestätigt. Eine riesige Demo findet gerade vorm Civic-Center statt, am Himmel kann ich von hier aus die Hubschrauber sehen, die immer sofort zu sehen sind, sobald politische Aktivitäten auf der Straße passieren. Leider muss man auch schon lesen, dass bereits 100 Demonstranten wegen Ausschreitungen fest genommen wurden... Schade.

Die Leute, die in der "legalen Zeit" geheiratet haben, behalten ihren Ehestatus, aber jetzt isses erst mal wieder verboten. Zumindest Schwarzenegger sagt aber, dass irgendwann die Zeit kommen wird, dass die Gerichte und auch die Gesellschaft die Homo-Ehe anerkennen werden. In einem Forum las ich gerade, dass jetzt Obama gefordert ist. Man darf gespannt sein…

Hier gibt’s mehr: Prop8 bestätigt - Verbot für die Homo-Ehe